Dolcedo, Villatalla und die Riviera

Nur wenige Kilometer vom Meer entfernt, inmitten reizvoller Hügellandschaft mit Palmen und Olivenhainen, befindet sich der kleine ligurische Ort Dolcedo. Im Mittelalter Villadolce genannt, heißt er im heutigen ligurischen Dialekt Duseo. Schon früh kam es hier zur Ansiedlung entlang des Flusses Prino, der die zahlreichen Ölmühlen des Tals durch Wasserkraft antrieb. Der traditionsreiche Olivenanbau reicht bis auf das Mittelalter zurück: Um 1100 begannen Benedektinermönche damit, die bis heute erhaltenDolcedoen Steinmauern zu errichten, auf denen terrassenförmig Oliven angepflanzt werden. Die Olivenkultur ist immer noch maßgeblicher Bestandteil des Lebens in der Region.
Das pittoreske Stadtbild Dolcedos, mit vielen antiken Häusern, alten Ölmühlen und verwinkelten Gassen (carruggi) wird geprägt von der Piazza, der Kirche und den fünf Brücken, die den Prino und den Rio dei Boschi überspannen. Die älteste Brücke heißt Ponte dei Cavalieri di Malta oder Ponte Gande und wurde laut Bauinschrift 1292 vom Johanniterorden erbaut. Die Piazza auf der westlichen Seite des Prino gibt dem Ortskern Dolcedos seinen Namen und verweist auf seine Bedeutung als altertümlichen Marktplatz  her. Sie wird im Süden begrenzt durch das Oratorium San Lorenzo aus dem 17. Jahrhundert. Am nördlichen Ende der Piazza befindet sich die geräumige Loggia Suttu Munte, die 1650 errichtet wurde und nach der Pfandleihe Monte di Pietà benannt ist, die hier 1504 bis 1863 bestand. In der von Ladenlokalen gesäumten Loggia sind zwei steinerne Hohlmaße eingemauert ("meza barile de vino" - halbes Fass Wein, und "quarto de olio" - ein Viertelfass Öl), die inschriftlich auf 1613 datiert sind und das Genueser Wappen tragen, sowie zwei Längenmaße (canna und cannella), mit denen an Markttagen der Stoff abgemessen wurde. San TommasoWeiterhin ist der Banco della Ragione zu sehen, auf dem man - typisch für Ligurien - zur öffentlichen Beratung Platz nahm. Auf der Rückseite der Loggia befindet sich ein schönes großes Tor zum Vorhof der Pfarrkirche San Tommaso. Diese im Ursprung spätmittelalterliche Kirche wurde 1738 völlig barock überformt; dabei wurde das Renaissanceportal von 1492 in den barocken Baldachin der Fassade integriert. Die Apsis der Kirche (also die hintere Seite) erhebt sich unmittelbar über dem Zusammenfluss von Prino und Rio dei Boschi. Dort sind außen auch die spätmittelalterlichen Grundmauern zu sehen. Vor der Kirche finden auf der mit schwarzen und weißen Kieselsteinen gepflasterten Piazza im Sommer Klassikkonzerte und Veranstaltungen statt.
Rund um Dolcedo
finden Besucher unzählige Wanderwege, die zu den benachbarten Ortschaften Lecchiore, Prelà, Valloria, Civezza und Vasia führen. Vorbei an wunderschönen Landschaften können beispielsweise der Monte Fausto mit 1.149 m Höhe bestiegen oder die bei Pilgern beliebte Wallfahrts­kirche von Lampedusa besucht werden.

Der mittelalterliche Ort Villatalla liegt ebenfalls im grünen Prino-Tal, rund 16 km landeinwärts von der VillatallaKüstenstadt Imperia und 9 Kilometer von Dolcedo entfernt. Die Fahrtzeit bis zu den nächsten Stränden beträgt 30, maximal 40 Minuten. Dieser Ort ist noch weitgehend unberührt vom Tourismus und zeichnet sich durch sein reges, ursprüngliches Dorfleben aus. Das Dorf trohnt oberhalb des Tales und verfügt über den schönsten Blick weit und breit. Sehenswert sind in Villatalla die verwinkelten Gassen mit schönen, teils steinernern Bögen, die aus dem 15. Jahrhundert stammende Kirche San Michele am unteren Ende des Dorfes sowie, oberhalb des Dorfes, die Wallfahrtskirche Madonna della Neve, vor deren Kirchplatz im Sommer abends Feste stattfinden. Es gibt wunderschöne Rad- und Wanderwege im Tal und auf die umliegenden Berge sowie in die Nachbartäler. Eine Busverbindung bis Imperia besteht 3 mal am Tag.

Die italienische Riviera hat für jeden Geschmack etwas zu bieten: Sie finden hier exotische Küstenstädte und idyllische, mittelalterliche Dörfer, Berge und Meer. Sie können durch Olivenhaine spazieren, am Strand liegen oder in den SeeRivieraalpen wandern. Sie brauchen sich also gar nicht entscheiden, ob Sie der Kultur und Historie den Vorzug geben oder Erholung in der Natur finden möchten. Die günstige geografische Lage ermöglicht es Ihnen, das eine mit dem anderen leicht zu verbinden. Leben Sie einfach in den Tag hinein!

Die Blumenriviera, auch Riviera di Ponente genannt, ist der westliche Teil Liguriens und erstreckt sich von Imperia über Sanremo bis nach Ventimiglia. Hier wechseln sich feinsändige Strände und wunderschöne Felsenriffe ab. Die Küste entlang befinden sich Ortschaften, die dank ihrer architektonischen Reize und des kristallinreinen Wassers berühmt sind. Die Gegend zeichnet sich durch ihr mildes Klima aus – im Winter kann es bis zu 20 Grad warm sein, im Sommer wird es selten richtig heiß. Die Küche an der Riviera ist dank ihrem Klima und ihrer geografischen Lage beonders variantenreich. Hier wächst und gedeiht alles prächtig, ob im Olivenhain, Weinberg, Gemüsegarten oder auf den Obstbäumen – und wild wuchern überall die mediterranen Gewürzkräuter. Der Fisch (Goldbrasse, Wolfsbarsch, Thun- und Schwertfisch) und die Meeresfrüchte (Miesmuscheln, Venusmuscheln u.ä.) werden im ligurischen Meer gefangen, von den beiden Häfen Imperias aus stechen täglich die kleinen Fischkutter in See. Typisch für ligurische Fleischgerichte sind "il coniglio" (Kaninchen) und im Winter "il cinghiale" (Wildschwein). Gezüchtet werden vor Ort vornehmlich Hühner, Enten, Schafe und Ziegen. Auf all diesen Produkten basiert die örtliche Küche.  

TurmWo welche Reit-, Bade-, Mountainbike- und Wandermöglichkeiten bestehen, erfahren Sie in Ihrer Ferienwohnung in einer ausführlichen Info-Mappe. Dort liegen auch Wanderkarten und -bücher aus. Detailkarten bekommt man ansonsten auch in Dolcedo im Rathaus oder an den Zeitungskiosken von Imperia.

Auch für etwas größere Ausflüge ist diese Gegend ideal: Spannende Ziele mit vielen kulturellen Angeboten sind neben Imperia insbesondere Nizza (70 Kilometer), Alassio (30 Kilometer), San Remo (30 Kilometer) sowie Turin (70 Kilometer) und Genua (100 Kilometer). Wer Wein im Piemont kaufen möchte, muss mit ein bis zwei Stunden Fahrt rechnen. Orte wie Alba, Barolo, Barbaresco und Dogliani erreicht man sowohl gemütlich über die Landstraße als auch über die Autobahn. Die Gegend um die Langhe ist übrigens landschaftlich wunderschön.

 

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